Osterrezepte aus historischen Zeitschriften

Bis zum diesjährigen Osterfest dauert es nicht mehr lange. Ein schöner Anlass, um mit Familie und Freunden zusammenzukommen: Dazu gehört neben den Ostergeschenken natürlich auch immer ein gutes gemeinsames Essen. Das war früher so und das ist auch noch heute so. In diesem Jahr, wie in jedem anderen Jahr, laufen wir an der Supermarktkasse an den Zeitschriftenregalen vorbei, von deren Zeitschriftencovern uns die leckersten Osterrezepte entgegenspringen. Wir haben uns gefragt, ob das auch früher schon so war. Ein kurzer Blick in unser Zeitschriftenarchiv hat uns bestätigt: Ja – Osterrezepte zur Osterzeit gibt es schon seit vielen Jahren. Ob das nun Osterrezepte für ganze Ostermenüs sind, Osterleckereien oder der berühmte Lammbraten. Für euch haben wir ein Blick in die Rezepte geworfen…

Essen in Szene gesetzt?

Auffällig beim Durchblättern der Rezepte sind die Bilder. Zwar gibt es in den jüngeren Zeitschriftenexemplaren auch bunte Fotographien, jedoch sind sie in den älteren Versionen oft schwarz-weiß. Dadurch sehen die Speisen deutlich weniger appetitlich aus. Aber auch bei den bunten Bildern ist klar ersichtlich: in der Lebensmittelfotographie hat sich in den letzten Jahren so einiges getan.

Für Sie April 1963

Für Sie April 1963

 

Kuriose Osterrezepte

Wenn uns auch viele der Osterrezepten bekannt vorkommen, wie der Hefe Osterhase, gibt es auch einige Rezepte, die eher ungewohnt sind: So zum Beispiel das Pureenestchen mit Ragout: Dieses Gericht besteht einfach aus Kartoffelbrei mit hinein gedrückten Ragout-Stückchen. Mit der Gabel werden Rillen in den Brei eingearbeitet, sodass eine Nestoptik entsteht. Also in jedem Fall ein richtiges Osterrezept. Und es könnte doch auch ganz gut schmecken?

Die Libelle vom April 1953 und 1954
Die Libelle vom April 1953 und 1954

Osterrezepte für die Hausfrau?

Vor 60 Jahren war das Konzept der Arbeitsteilung im Haushalt deutlich weniger ausgeprägt als heute. Klar also, dass Osterrezepte ausschließlich in Frauenzeitschriften zu finden waren. Und auch, dass sie sich mit den Rezepten gesondert an die Hausfrauen richteten. Immerhin räumt Die Libelle vom April 1953 der Hausfrau ein für das Ostermahl nicht den ganzen Tag in der Küche stehen zu müssen. „Natürlich, etwas mehr Arbeit als an gewöhnlichen Wochen- oder Sonntagen wird sie schon aufwenden müssen, aber bitte nicht übertreiben!“ Also all ihr lieben Osterköche – nehmt euch das zu Herzen! ;-)

Für Sie von 1963 und Ihre Freundin von 1955

Für Sie von 1963 und Ihre Freundin von 1955

 

Osterrezepte zum Nachkochen

Hier ein bisschen Inspiration aus alter Zeit. Ein paar der Osterrezepte, die wir gefunden haben, zum Nachkochen. Wir wünschen guten Appetit! Und wenn ihr noch persönlichen Ostergeschenke sucht, dann schaut einfach in unserem Shop vorbei. Da lässt sich sicher die eine oder andere Osterüberraschung finden.

Gebackene Ostereier mit Marzipan gefüllt – aus der „Ihre Freundin“ vom März 1955

Zutaten: 3 Eier, 140g Zucker, 70g feiner Mehl, Backpulver, Mandelöl
Für die Füllung: Marzipanmasse oder Marmelade oder Buttercreme

Eigelb und Zucker 15 Minuten schaumig rühren und vorsichtig das mit Backpulver vermischte Mehl sowie das Mandelöl unterrühren. Ehe man den stiefgeschlagenen Eischnee unterzieht, noch einen Eßlöffel warmes Wasser dazurühren. Nun den Teig in eine gut gefettete und gemehlte Eiform füllen (man kann auch verschiedene kleine Eierchen davon backen) und im gut vorgeheizten Ofen 15-20 Minuten backen. Nach dem Erkalten das Osterei nach Belieben oft durchschneiden und ganz nach Geschmack mit Marzipanmasse, Marmelade oder Buttercreme füllen. Das Ei noch mit einer Zitronenglasur bestreichen, „Fröhliche Ostern“ mit Schokoladenglasur daraufspritzen und mit Mandelstiftchen hübsch verzieren.

Ihre Freundin März 1955

Ihre Freundin März 1955

Schokolade – Kokoscreme aus der „ Libelle – Die Wochenschrift der Frau“ vom 3. April 1953

Für 4 Personen:

Zutaten: 1 Ei, 45g Mondamin, 40g Kakao, 80g Zucker, 1L Milch, 50g Kokosmehl, die geriebene Schale einer Apfelsine

Das Ei in Eiweiß und Eidotter zerteilen. Das Mondamin, den Kakao, den Zucker und das Eidotter miteinander verrühren und dann mit kalter Milch zu einem dünnen glatten Teig anrühren. Den Rest der Milch zum Kochen bringen. Unter gutem Rühren einen Teil der kochenden Milch zu den angerührten Zutaten gießen, und dann alles unter gutem Rühren wieder in die kochende Milch zurückgießen. Die Speise kurz aufkochen lassen und das steif geschlagene Eiweiß darunter rühren. Vom Feuer nehmen und das Kokosmehl und die geriebene Apfelsinenschale darunter rühren. Die Creme unter gelegentlichem Rühren abkühlen lassen und dann in eine Glasschale geben.

Die Libelle vom April 1953 und 1954

Die Libelle vom April 1953 und 1954

Lammbraten zum Ostersonntag aus der „Für Sie“ vom April 1963

Zutaten: 3-4 Pfund Lammkeule, ½ Tasse Öl, 1 Eßl. Rosmarinblätter, 1 Teel. Salz, 1 Teel. Pfeffer, 2 Zehen Knoblauch

Sie waschen das Fleisch und reiben es mit einem trockenen Tuch ab. Die Oberseite des Bratens schneiden Sie mit dem Messer gitterförmig ein und würzen das Fleisch rundherum mit Salz, Pfeffer, zerdrücktem Knoblauch und Rosmarin. Sie geben Öl in den Bräter und legen die Lammkeule hinein; den Bräter, der nicht zugedeckt wird, schieben sie in den angeheizten Ofen. Der Braten soll bei guter Mittelhitze garen und öfter mit dem Bratensaft gegossen, einmal auch gewendet werden.
Bratzeit: Rechnen Sie eine ½ Stunde pro Pfund. 30 Minuten vor dem Ende der Bratzeit legen Sie rohe, geschälte Kartoffeln (unzerschnitten) in den Bratentopf und lassen sie mitrösten.
Zum fertigen Lammbraten servieren Sie grünen Salat und öffnen zur Feier des Tages eine Flasche guten Rotwein.

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