SC Freiburg: „Nie mehr 2. Liga! Nie mehr! Nie mehr!“

So schallte es aus dem Freiburger Fanblock am letzten Freitag am 32. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga beim Auswärtsspiel in Paderborn. Ein 2:1 Auswärtssieg brachte unserem SC Freiburg den ersehnten, direkten Wiederaufstieg in die 1. Fußball-Bundesliga, nachdem der Klub in der Vorsaison den bitteren Gang in die 2. Liga antreten musste. Ganz Freiburg war nach dem Sieg über Paderborn in Feierlaune. Alle Bars und Kneipen, wo das Spiel live übertragen wurde, waren bis auf den letzten Platz voll. Nach dem Abpfiff gab es kein Halten mehr und in ganz Freiburg hörte man Jubelrufe. “Nie mehr 2. Liga! Nie mehr, nie mehr, nie mehr!!!”. Tausende Fans erwarteten die Mannschaft des SC Freiburg bei ihrer Rückkehr aus Paderborn am Schwarzwaldstadion. Bis in den Morgengrauen dauerte die Freiburger Aufstiegsparty.

Zum 5. Mal, seit der Saison 1992/93, schaffte der „sympathischste Verein Deutschlands“ (Markenstudie der TU Braunschweig 2015) den Sprung in die Beletage des deutschen Fußballs. Wir haben in unserem Zeitungsarchiv nach den vorangegangenen Aufstiegen des SC Freiburg in die 1. Bundesliga recherchiert und diese 4 Meilensteine der Vereingeschichte für Euch zusammengestellt.

Der erste Aufstieg mit Trainer-Legende Volker-Finke

1991 verpflichtete der Sportclub, damals noch in der 2. Bundesliga Süd spielend, die spätere Trainer-Legende Volker Finke. Der ehemalige Studienrat für Sport und Sozialkunde, revolutionierte die Spielphilosophie, die sich fortan durch Kurzpassspiel und Pressing auszeichnete. Damit gelang Volker Finke zu großen Begeisterung der SC-Anhänger der erste Aufstieg der Vereinsgeschichte in die 1. Fußball-Bundesliga. Mit einem 4:2-Heimsieg gegen Unterhaching war diese Sensation im Jahr 1993 gemeistert.

Es folgten wechselvolle Spielzeiten, die auf der einen Seite vom knallharten Abstiegskampf geprägt waren, andererseits den Fußballfans aus Freiburg aber auch glorreiche Augenblicke, wie z.B. den 5:1 Heimsieg 1994 gegen die damals von Trapattoni trainierten Bayern oder die UEFA-Cup-Teilnahme 1995/96 bescherten. Im Jahr 1997 endete jedoch das Abenteuer 1. Liga für den SC Freiburg und die Mannschaft stieg wieder in die 2. Bundesliga ab.

Erneuter Aufstieg in die 1. Bundesliga 1998

Im Jahr 1998 stieg der Sportclub als Vize-Meister der 2. Bundesliga direkt wieder auf. Riesige Freude im Breisgau! Die Badische Zeitung vom 8. Juni 1998 berichtete über die euphorische Freude der Fans: „’Hallo FC Bayern, Euer Alptraum ist wieder da.’ Der Schriftzug auf einem Fan-Transparent zeigte, wo viele der 22.500 Zuschauern im Dreisamstadion gestern mit ihren Gedanken waren – in der 1. Fußball-Bundesliga.“

In seiner zweiten Bundesliga-Saison der Vereinsgeschichte schaffte der SC Freiburg im Jahr 2000 erneut die Qualifikation für den UEFA-Cup. Doch war das Team der Dreifachbelastung (Bundesliga, DFB-Pokal und UEFA-Cup) nicht gewachsen und stieg im Jahr 2001 leider wieder in die 2. Bundesliga ab. Doch dort sollte der SC Freiburg nicht lange bleiben…

2003: Erste Liga, der SC Freiburg ist dabei!

Es dauerte zwei Jahre bis der erneute Aufstieg der Freiburger in die 1. Bundesliga gefeiert wurde. Die Begeisterung und der Jubel der Fans des SC war wieder grenzenlos über den Aufstieg des südbadischen Vereins. Der dritte Aufenthalt in der 1. Klasse des deutschen Fußballs endete jedoch bereits 2005, nachdem man in der vorangegangenen Saison nur 3 Siege und 18 Punkte einfahren konnte. Seit Einführung der 3-Punkte-Regel hatte kein Bundesligist weniger Punkte in einer Saison erreicht. Leider ein verdienter Abstieg.

Nachdem 2007 die 16 jährige Trainertätigkeit – die bislang längste in der Bundesliga-Geschichte – von Volker Finke endete, übernahm Robin Dutt den Trainerposten beim damaligen Zweitligisten. Und der SC Freiburg war wieder auf dem Weg nach oben…

Aufstiege des SC Freiburg in historischen Zeitungen

Aufstiege des SC Freiburg. Süddeutsche Zeitung (11.05.2009), Badische Zeitung (08.06.1998), Badische Zeitung (19.05.2003)

Robin Dutt als Aufsteiger-Trainer 2009

„Raus aus Finkes Schatten“ titelte die Süddeutsche Zeitung am 11. Mai 2009 als nach dem 5:2 Sieg bei der TuS Koblenz unter Robin Dutt die Rückkehr in das nationale Fußball-Oberhaus gefeiert wurde und der SC Freiburg als erster Verein, die neu eingeführte 2. Liga-Meisterschaft samt Meisterschale überreicht bekam.

In der darauffolgenden Saison 2009/10 schaffte es der Sportclub erst am 33. Spieltag den denkbar knappen Klassenerhalt durch ein Unentschieden gegen den 1. FC Köln zu sichern. Ein emotionaler Klassenerhalt für das Team und seine Anhänger. Nachdem Robin Dutt in der Saison 2010/2011 vorzeitig bekanntgab, zum Liga-Rivalen Bayer Leverkusen zu wechseln, wurden mit Marcus Sorg als Chef-Trainer und Christian Streich als Co-Trainer dessen Nachfolger bekannt gegeben. Zunächst war diese Entwicklung jedoch nicht von Erfolg gekrönt.

Unter Marcus Sorg erlebte der SC Freiburg beim 0:7 gegen Bayern München seine höchste Niederlage in der noch jungen Bundesliga-Geschichte. Da der sportliche Erfolg mit dem Abrutschen auf den letzten Tabellenplatz zur Winterpause 2011/12 weiterhin ausblieb, reagierte die Vereinsführung und entließ den Cheftrainer. Der Co-Trainer Christian Streich wurde zum Nachfolger ernannt, der es nach einer starken Rückrunde schaffte, den vorzeitigen Klassenerhalt mit seiner Mannschaft zu sichern. Gerade durch seine typisch-badische Art und seine Emotionalität am Seitenrand hat Streich viele Sympathisanten gewonnen.

Mit Christian Streich auf die Erfolgsspur und zum Comeback in die 1. Liga

Die folgenden Jahre waren gekennzeichnet durch große Erfolge (das erstmalige Erreichen des DFB-Pokal-Halbfinals und der Qualifikation zur Gruppenphase der Europa-League), aber auch durch großen Aderlass im Bereich der Profi-Mannschaft. Viele Leistungsträger verließen gegen Ende der Saison den SC Freiburg, so dass Christian Streich immer wieder von neuem ein schlagkräftiges Team formen musste. Doch dieses Kunststück gelang dem Trainer immer wieder aufs Neue und der Sportclub brachte einige neue Profis heran.

Bis zur Saison 2014/15 war diese Vorgehensweise das Erfolgsrezept des SCs, als eine Reihe von unglücklichen „Last-Minute-Gegentoren“ unseren SC Freiburg wichtige Punkte kosteten und am letzten Spieltag ein Auswärtsniederlage beim direkten Konkurrenten Hannover 96 den, für viele unnötigen und unglücklichen, vierten Abstieg aus der 1. Fußball-Bundesliga besiegelte. Der unfassbar bittere Abstieg am letzten Spieltag schockierte die Mannschaft und die Fans.

Am „symbadischen“ Trainer Christian Streich und seinem Trainer-Team wurde festgehalten, so dass nicht zuletzt durch die starken Zugänge wie Vincenzo Grifo, Nils Petersen und dem in der Winterpause geholten Florian Niederlechner, nach einer starken 2. Liga-Saison der direkte Wiederaufstieg erreicht werden konnte. Umso größer war die Freude und erneut aufkommende Euphorie über eine starke Saison in der 2. Fußball-Bundesliga. Gekrönt wurde diese mit dem sensationellen Aufstieg in die 1. Fußball-Bundesliga.

Das ganze HISTORIA Team gratuliert dem SC Freiburg zum verdienten 5. Aufstieg und wünscht ihm viel Erfolg und schöne, spannende Spiele in der 1. Bundesliga!

Predrag Dakovic & Ahmed Boudkouss

Predrag Dakovic & Ahmed Boudkouss

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